Und plötzlich ist es Herbst

Und plötzlich ist es Herbst. Meine Nase wird beim Spazieren ganz kalt, meine Brille beschlägt, als ich zur Haustüre hereinkomme und meine Socken sind etwas nass geworden. Scheinbar sind meine Sneaker auf einmal nicht mehr das Richtige für Draußen. Meine Fingerspitzen tun ein bisschen weh als ich mir die Hände warm wasche und ich setze Wasser auf um mir einen heißen Tee zu machen. Ich wähle meinen Lieblingstee und schaue aus dem Fenster. Graue Wolken hängen tief über den Dächern meiner Nachbarn. Die gelben und braunen Blätter der Bäume in unserem Garten fliegen vereinzelt durch die Luft und landen auf der Terrasse, wo sie sich zu einem kleinen Laubhaufen zusammengefunden haben. ‚So richtig einladend sieht es da draußen nicht aus‘, denke ich und mache mich auf den Weg zu meinem Bett. Auf der kleinen Kommode neben meinem Kopfende liegt ein Buch, das ich vor wenigen Tagen in einem Bücherschrank gefunden habe. In freudiger Erwartung stelle ich meine Tasse ab und nehme das Buch in die Hand. Ich schlage die erste Seite auf.

Als ich das Buch notgedrungen zur Seite lege, weil ich die einzelnen Wörter nicht mehr erkennen kann ohne die Lichterkette an meiner Wand anzuschalten, bin ich schon mitten im Geschehen. Ich stelle resigniert fest, dass ich meinen Tee vergessen habe. Mittlerweile kalt und viel zu lange durchgezogen steht er traurig neben mir. Egal- Tee ist Tee, denke ich und gebe ihm doch noch eine Chance während ich das Buch wieder aufschlage und im nächsten Kapitel versinke.

2 Gedanken zu “Und plötzlich ist es Herbst”

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